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Fisch des Jahres

Fisch des Jahres 2019

Atlantischer Lachs

Atlantischer Lachs

Der Atlantische Lachs (Salmo salar) gehört zur Gattung der Lachse und lebt größtenteils im Atlantischen Ozean. Im Spätherbst ziehen die Lachse jedoch weit die Flüsse Europas und Nordamerikas hinauf, um an den Oberläufen zu laichen. Die Fische können bis zu 1,5 Meter lang werden und benötigen zum Laichen Kiesgründe. Am Ende dieser „Laichwanderungen“ legen die Weibchen ihre Eier ab, und die Männchen befruchten diese. Da die Wanderung und der Laichakt für die Tiere sehr anstrengend ist und sie zudem häufig auf dem Weg keine Nahrung aufnehmen, stirbt der größte Teil der Lachse an Erschöpfung oder dadurch begünstigten Krankheiten, bevor er das offene Meer wieder erreicht.

Die Jungfische schlüpfen je nach Wassertemperatur nach ein bis fünf Monaten. Im Alter von etwa einem Jahr sind sie stark genug, um in die Ozeane zu wandern. Nach einigen Jahren kehren auch sie wieder zu ihrem Geburtsort zurück, um ihrerseits dort zu laichen.

Der Atlantische Lachs ist in Deutschland 1992, 2000[1] und 2019[2] sowie in der Schweiz 2015[3] zum Fisch des Jahres ernannt worden.

 

Beschreibung

Atlantische Lachse sind nach zwei Jahren im Meer durchschnittlich 71–76 cm lang und 3,6–5,4 kg schwer[4], wobei einzelne Exemplare auch größer werden können.

Die Färbung junger Atlantischer Lachse gleicht nicht der adulten Färbung. Während sie im Süßwasser leben, haben sie blaue und rote Punkte. In der Reifephase nehmen sie einen silbrig-blauen Schimmer an. Die adulten Tiere erkennt man am besten an den mehrheitlich oberhalb des Seitenlinienorgans liegenden schwarzen Punkten. Die Schwanzflosse ist jedoch gewöhnlich nicht gepunktet. In der Paarungszeit nehmen Männchen eine leicht grüne oder rote Färbung an. Der Lachs hat einen spindelförmigen Körper und gut entwickelte Zähne.

Namen

Neben den Artnamen bestehen für den Atlantischen Lachs auch umgangssprachliche Bezeichnungen für die verschiedenen Altersformen. Als „Parr“ bezeichnet man Lachse, die höchstens zwei Jahre alt sind und sich von den „Smolts“ durch ihre „Parr – Zeichnung“ (dunkle senkrechte Balken auf den Flanken) unterscheiden. In älteren Aufzeichnungen werden solche Junglachse auch „Sälmling“ genannt. Als „Smolt“ bezeichnet man junge Lachse (aber auch Meerforellen) auf ihrer ersten Reise ins Meer. In diesem Stadium sind die Fische meistens überwiegend silberfarben. „Grilse“ ist der Name der Lachse, wenn sie zum ersten Mal zum Laichen aus dem Meer zurück in die Oberläufe der Flüsse aufsteigen. Gewöhnlich hat der Lachs zuvor eineinhalb bis zwei Jahre im Meer verbracht. Zunächst kommt er als „Blanklachs“, bis er zum farbigen Lachs wird und die Männchen schließlich den Laichhaken („Hakenlachs“) ausbilden.

Verbreitung und Lebensraum

Die Verbreitung des Atlantischen Lachses hängt von der Wassertemperatur ab. Wegen der globalen Erwärmung wird das baldige Verschwinden gewisser südlicher Populationen in Spanien und anderen warmen Ländern erwartet. Vor menschlichem Eingreifen waren Flüsse in Europa und an der Ostküste Nordamerikas die natürlichen Brutstätten des Atlantischen Lachses. Als Nordamerika von Europäern besiedelt wurde, wurden Eier mit dem Zug an die Westküste gebracht und dort in die Flüsse eingeführt. Es gab auch andere Bestrebungen, den Atlantischen Lachs in neue Siedlungsgebiete einzuführen, wie z. B. in Neuseeland. Weil es in Neuseeland keine geeigneten Meeresströmungen gibt, scheiterten die meisten dieser Versuche. In Neuseeland gibt es zumindest eine lokale Population des Atlantischen Lachses, die aber nie ins Salzwasser gehen („landlocked“).

 

Verbreitung des atlantischen Lachses

Junge Lachse verbringen ein bis vier Jahre in ihrem Heimatfluss. Wenn sie groß genug sind (ca. 15 cm), machen sie eine physiologische Veränderung durch, bei der sie die an Flüsse angepasste Schutzfärbung mit großen grauen Punkten zu einer ans Meer angepassten Schutzfärbung mit schimmernden Seiten ändern. Sie unterliegen auch gewissen inneren Veränderungen, d. h., sie passen sich der veränderten Osmose beim Übergang von Süßwasser zu Salzwasser an. Am Schluss beenden die „parr“, die jungen Lachse, ihre Veränderungen mit dem Schwimmen mit dem Strom anstatt gegen den Strom. Wenn diese Verhaltensänderung stattfindet, werden sie nicht länger „parr“, sondern „smolt“ genannt. Wenn die „smolts“ das Meer erreichen, folgen sie den Strömungen an der Meeresoberfläche und ernähren sich von Plankton oder Bruten anderer Fischarten, wie z. B. Hering. Während sie im Meer sind, können sie sich mit dem Seitenlinienorgan am magnetischen Erdfeld orientieren.

Nach einem Jahr mit gutem Wachstum lassen sie sich von den Oberflächenströmungen zurück zu ihrem Heimatfluss transportieren. Es ist eine falsche Vorstellung, dass Lachse im Meer tausende Kilometer schwimmen; sondern sie „surfen“ mit Hilfe der Meeresströmungen. Wenn sie ihren Heimatfluss erreichen, erkennen sie ihn eventuell durch olfaktorische Wahrnehmung; nur 5 % der Atlantischen Lachse wandern den falschen Fluss hoch. Somit besteht der Lebensraum Atlantischer Lachse aus dem Fluss, in dem sie geboren sind, und den Strömungen der Meeresoberfläche, die mit diesem Fluss in einem Kreislauf verbunden sind.

Im 20. Jahrhundert verschwanden wilde Lachspopulationen in vielen Flüssen wegen Überfischung und Lebensraumveränderungen.[5] Bis ins Jahr 2000 ist die Anzahl Atlantischer Lachse auf einen kritisch geringen Stand gefallen.[6]

Lebenszyklus und Wanderung

Die meisten Atlantischen Lachse folgen einem laichplatzbezogenen Wanderungsschema[7], in dem die Ernährung und das Wachstum größtenteils im Salzwasser stattfindet. Zum Laichen hingegen kehren adulte Lachse zurück in einheimische Süßwasserflüsse, in denen die Jungtiere aus den Eiern schlüpfen und verschiedene Wachstumsphasen durchlaufen.

Atlantische Lachse brauchen kein Salzwasser. Es gibt Beispiele von Populationen, die ausschließlich im Süßwasser leben (“landlocked”).[7] In Nordamerika sind diese Lachsstämme bekannt als „ouananiche“.

Süßwasser-Phase

 

Die Süßwasser-Phase Atlantischer Lachse variiert je nach Flusslage zwischen ein und acht Jahren.[8]

Das erste Stadium ist das „alevin“-Stadium, in welchem die Fische in der Brutstätte bleiben und sich von den verbliebenen Nährstoffen aus dem Dottersack ernähren. Während dieser Phase entwickeln sich ihre Kiemen und sie werden aktive Jäger. Als nächstes kommt das „fry“-Stadium, in dem die Fische wachsen und die Brutstätte verlassen, um Futter zu suchen. In dieser Zeit gehen sie in Regionen mit höherer Beutekonzentration. Das finale Süßwasserstadium ist ihre Entwicklung zum „parr“, wo sie sich auf die Wanderung in den Atlantischen Ozean vorbereiten.

Während dieser Zeit sind Atlantische Lachse sehr anfällig gegenüber Räubern. Fast 40 % werden schon allein von Lachsartigengefressen. Weitere Räuber sind andere Fische und Vögel.

Salzwasser-Phase

Wenn „parrs“ sich zu „smolts“ entwickeln, beginnen sie ihre Wanderung in den Atlantischen Ozean, welche größtenteils zwischen März und Juni stattfindet. Die Wanderung ermöglicht eine Akklimatisierung an die ändernde Salinität. Wenn sie bereit sind, verlassen die jungen „smolts“ den Heimatfluss. Dafür bevorzugen sie Ebbe.

Wenn sie ihre Heimatflüsse verlassen haben, durchlaufen sie während ein bis vier Jahren im Ozean eine Periode schnellen Wachstums. Typischerweise wandern Atlantische Lachse von ihren Heimatflüssen zu einer Region in der Kontinentalplatte von Westgrönland. Während dieser Zeit sind sie speziell gefährdet durch Räuber, wie z. B. Mensch, RobbeGrönlandhaiRochenDorsch und Heilbutt. Gewisse Delphine wurden beobachtet, wie sie mit toten Lachsen spielen, aber es ist noch unklar, ob sie sie auch fressen. Sobald sie mehr als 250 g wiegen, sind sie nicht mehr leichte Beute für Vögel und andere Fische, obwohl Kegelrobben und Seehunde sie weiterhin jagen. Die Überlebensrate beträgt jetzt zwischen 14 und 53 %.[5]

Dann sind die Atlantischen Lachse auch groß genug und bereit, in ihr ursprüngliches Süßwasserhabitat zurückzukehren. Sie wechseln ins „grilse“-Stadium. Nach Beginn der Wanderung in ihre Heimatgewässer hören die Lachse vor dem Laichen ganz mit Fressen auf. Es ist noch weitgehend unbekannt, inwiefern der Geruch – die exakte chemische Zusammensetzung des Flusses – eine wichtige Rolle für die Rückkehr des Lachses an seinen Heimatort spielt.

Ernährung

Junge Lachse beginnen innerhalb weniger Tage sich selbst zu ernähren. Sobald der Dottersack aufgebraucht ist, beginnen sie zu jagen. Die Jungfische starten mit sehr kleinen wirbellosen Tieren und wenn sie größer werden, fressen sie gelegentlich auch kleinere Fische. Während dieser Zeit jagen sie auf dem Grund und in der Strömung. Gewisse fressen Lachseier. Die häufigste Nahrung sind KöcherfliegenKriebelmückenEintagsfliegen und Steinfliegen.

Als adulte Lachse ernähren sie sich von größerer Nahrung, wie z. B. arktischer Tintenfisch, SandaalFlohkrebsEismeergarnele und manchmal Hering. Die Größe ihrer Beutetiere nimmt enorm zu.[5]

Verhalten

Von „fry“ und „parr“ sagt man, sie seien territorial, aber es gibt keine konklusiven Nachweise, dass sie ihre Territorien verteidigen. Auch wenn sie untereinander Aggressivität zeigen, ist ihre soziale Hierarchie immer noch unklar. Oft bewegen sie sich als Schwarm weiter, wenn sie das Mündungsgebiet ihres Heimatflusses verlassen.

Adulte Atlantische Lachse gelten als viel aggressiver als andere Lachse und greifen eher andere Fische an. Man spricht von einem Problem, wenn Lachse eine invasive Bedrohung geworden sind und einheimische Lachse angreifen, so z. B. Königslachs und Silberlachs.[5]

Die Situation in Deutschland

In Deutschland war Salmo salar bis in das 20. Jahrhundert hinein heimisch. Er laichte in den Zuflüssen des Rheins, wie zum Beispiel der Sieg. Der Rhein galt damals als wichtigster und größter Lachsfluss Europas. Noch heute erinnern Ortsnamen wie Salmtal sowie Wappen oder Gasthäuser an die damalige große Bedeutung des Rheinlachses.

Durch den Eingriff des Menschen in das Ökosystem der Fließgewässer ging die Lachspopulation stark zurück. Gründe waren Überfischung oder die Umgestaltung der Flüsse. Auch die Einleitung von Industrieabwässern verschlechterte die Lebensbedingungen für zahlreiche Fischarten. So verschwanden bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts alle Lachse aus dem Rhein und seinen Zuläufen. Im Jahr 1950 verschwand dann auch der letzte Lachs aus der Sieg.

Im Jahr 1987 wurde von der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheines (IKSR) das „Lachs-2000-Projekt“ beschlossen, welches den Lachs in deutschen Flüssen wieder heimisch machen sollte. Es war insofern erfolgreich, dass die Wasserqualität stark verbessert (was aber nicht gut bedeutet) werden konnte und erste Rekonstrukturierungsmaßnahmen eingeleitet wurden, z. B. der Beginn mit Entfernungen von Wanderhindernissen. Das Ziel des Nachfolge-Projekts „Lachs 2020“[9] sind Lachspopulationen, die sich im Rhein-System selbst erhalten können.[10] Heute ist der Lachs wieder vereinzelt im Rhein und seinen Zuläufen sowie in der Elbe anzutreffen. Es wird aber noch Jahrzehnte dauern, bis es wieder selber reproduzierende Lachspopulationen gibt. Im Moment werden jährlich hunderttausende Junglachse ausgesetzt, wovon naturgemäß nur ein Bruchteil wiederkehrt.

In den baden-württembergischen Flüssen KinzigAlb und Murg fand man 2011 wieder laichende oder lebende Lachse bzw. mehrere Laichplätze. Auch in der Wupper laichen seit 2014 wieder Lachse.

Für Süßwasserhabitate wurde ihm gesetzlicher Schutz gemäß FFH-Richtlinie eingeräumt.

Gentechnisch veränderte Lachse

Als erstes gentechnisch verändertes Tier, das zum menschlichen Verzehr bestimmt ist, könnte ein transgener Atlantischer Lachs verwendet werden. Die gv-Lachse mit dem Markennamen AquAdvantage verfügen über ein Gen für ein Wachstumshormon aus einer anderen Lachsart (Königslachs) und ein weiteres Gen aus der an kalte Meeresregionen angepassten Fischart Zoarces americanus. Durch diese zwei Gene produzieren die gv-Lachse mehr Wachstumshormone. Anstatt nach drei Jahren wird die Schlachtreife nach 16 bis 18 Monaten erreicht. Der Antrag wurde 1995 in den USA gestellt, und die von der FDA geforderten Sicherheitstests wurden absolviert (gv-Lachse sind laut FDA genauso sicher wie andere Lachse). Unter anderem musste (sollte! Aber wie?) sichergestellt werden, dass die gentechnischen Veränderungen stabil bleiben und keine negativen Auswirkungen auf die Tiergesundheit haben. Alle Tiere seien zudem weiblich und steril und sollen in abgeschlossenen Tanks gehalten werden, so dass eine unerwünschte Auskreuzung (theoretisch) nicht möglich ist.[11][12]

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat am 19. November 2015 somit erstmals ein genverändertes Tier als Lebensmittel zugelassen. Der Speisefisch mit dem Namen AquAdvantage Salmon wird von der US-Firma AquaBounty Technologiesgezüchtet. Der transgene Lachs ist binnen 16 bis 18 Monaten ausgewachsen. Ohne Genveränderung dauert dies beim Atlantischen Lachs 30 Monate. Das US-Unternehmen betreibt Aufzuchtstationen in Kanada und Panama.[13]

 

Fisch des Jahres 2018

Dreistachliger Stichling

 

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Foto: © Herbert Frei
Hinweis:
Das Foto darf unter Nennung des Bildautors (© Herbert Frei) und nur im Zusammenhang mit der Pressemitteilung zum Fisch des Jahres honorarfrei verwendet werden.

Pressemitteilung

Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Angelfischerverbandes e.V. (DAFV), des Verbandes Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST) und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN):

Artenschutz/Fisch des Jahres 2018

Dreistachliger Stichling: winziger Fisch mit großer Bedeutung
●        Fisch des Jahres 2018 gewählt
●        Biologisch und wissenschaftlich sehr interessant
●        Außergewöhnliches Brut- und Wanderverhalten

Bonn/Berlin, 14. November 2017: Der Dreistachlige Stichling ist Fisch des Jahres 2018. Gewählt wurde er vom Deutschen Angelfischerverband e.V. (DAFV) gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und in Abstimmung mit dem Verband Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST).

Mit dem Dreistachligen Stichling (Gasterosteus aculeatus) fällt die Wahl auf eine besondere Kleinfischart, die vor allem aufgrund ihres charakteristischen Aussehens und einzigartigen Brutverhaltens zu den bekanntesten heimischen Fischarten gehört. Der Dreistachlige Stichling ist eine von vielen Fischarten, die ein außergewöhnliches Laichverhalten zeigen. Auch jährliche Laichwanderungen gehören dazu.

Mit der Wahl zum Fisch des Jahres wollen DAFV, BfN und VDST zeigen, dass auch Kleinfischarten wie der Dreistachlige Stichling besondere Aufmerksamkeit verdienen. Sie wollen deutlich machen, dass sich hinter Fischarten wie dem Dreistachligen Stichling einzigartige Lebens- und Verhaltensweisen verbergen und damit den Blick für die vielen Besonderheiten unserer heimischen Fischfauna schärfen.

Hintergrund

Mit einer durchschnittlichen Gesamtlänge von fünf bis acht Zentimetern gehört der Dreistachlige Stichling zu den kleinsten heimischen Süßwasserfischen. Seine Verbreitung reicht von den küstennahen Gewässern bis in den alpinen Raum. Es wird zwischen einer stationären Süßwasserform und einer wandernden Form unterschieden, die jährlich aus ihren marinen küstennahen Lebensräumen zum Laichen in die Unterläufe der Flüsse zieht. Im Salzwasser halten sich Dreistachlige Stichlinge insbesondere im Schutz ufernaher Unterwasserpflanzen auf. In den Binnengewässern werden pflanzenreiche Flachwasserzonen in Seen bzw. langsam fließende sommerwarme Fließgewässer bevorzugt.

Der als Schwarmfisch lebende Stichling verändert sein Verhalten zur Laichzeit grundlegend. Die Männchen suchen dann im ufernahen Flachwasser Brutreviere und verteidigen sie vehement gegenüber Artgenossen. Auch das Erscheinungsbild ändert sich. Die Brust färbt sich rot, der Rücken blaugrün und die Augen funkeln silberblau. Mit diesem „Hochzeitskleid“ signalisieren sie den Weibchen ihre Fruchtbarkeit. Innerhalb kurzer Zeit baut das Männchen aus Pflanzen- und Algenmaterial ein Nest auf dem Gewässerboden. Nähert sich nach vollendetem Nestbau ein laichbereites Weibchen, lockt das Männchen es mit ruckartigen Bewegungen, dem so genannten „Zick-Zack-Tanz“ ins Nest, wo es zur Eiablage kommt.

Nachdem das Weibchen das Nest verlassen hat, schwimmt das Männchen ins Nest und befruchtet die Eier. Das Weibchen verlässt das Revier und das Männchen übernimmt die Brutpflege. Mehrere Wochen beschützt das Männchen die Jungfische, bis mit zunehmender Größe der Jungfische der Pflegetrieb des Männchens langsam erlischt, und es seine auffälligen Körperfärbungen wieder verliert. Das auffällige Balzverhalten des Stichlingmännchens mit den nachfolgenden Instinktbewegungen von Männchen und Weibchen haben den Stichling zu einem einzigartigen Untersuchungsobjekt für die Verhaltensbiologie gemacht.

Weitere Informationen erhalten Sie:

Deutscher Angelfischerverband e.V.
www.dafv.de

Hauptgeschäftsstelle Berlin
Reinhardtstraße 14, 10117 Berlin
Tel.: 030/97104379, Fax: 030/97104389
E-Mail: info@dafv.de
Geschäftsstelle Offenbach
Siemensstr. 11-13, 63071 Offenbach/Main
Tel.: 069/8570695, Fax: 069/873770
E-Mail: info@dafv.de

Bundesamt für Naturschutz
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